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25.11.2008
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Portrait Artur Brauner



Artur Brauner
Geboren am 1. August 1918 in Lodz, Polen
Filmproduzent

„Ich spiele Schach, weil ich bereits mit fünf Jahren simultan an 22 Tischen im Grand Hotel in Lodz spielen durfte.“

Wie ihm sein Vater versicherte, gewann er 18 Partien, zwei gingen verloren und zwei endeten Remis. Zur Belohnung durfte Artur mit in die obere Etage des Grand Hotels, „wo ich zum ersten Mal Kabarett-Tänzerinnen sah, die – Gott soll mich nicht strafen – ihren freien Nabel zeigten.“

Seitdem lässt ihn das Schachspiel nicht mehr los, denn „ich halte es für das intelligenteste Spiel, das Dank seiner Vielfältigkeit niemals langweilig wird. Auch bei meiner Arbeit hat es mich weitergebracht. Schach ist ein hervorragendes Gedächtnistraining, ich war beispielsweise in der Lage, mir über 700 Telefonnummern zu merken. Und: Auf dem Brett kreiere ich genauso eine eigene Welt wie bei der Realisierung eines Drehbuchs.“

Als Filmproduzent ist Brauner noch erfolgreicher als am Schachbrett. Für seine weit über 250 Produktionen wurde er einige Male für den Oscar nominiert. Der Koproduktionsfilm „Die Gärten der Finzi Contini“ gewann den Oscar - zwei Golden Globes und unzählige Festivalpreise. Ebenso erhielt Brauner den Deutschen Kritikerpreis, den Deutschen Filmpreis, das Band in Gold für hervorragende Leistungen, die Goldene und die Berlinale Kamera und viele andere Auszeichnungen. In diesem Jahr zeichnete ihn die Berlinale für sein Lebenswerk mit dem „Askania Award“ aus.

Momentan arbeitet Brauner an zwei neuen Filmen – da bleibt ihm nicht soviel Zeit fürs Schachspiel, wie er sich das wünscht. Zumal er möglichst nur dann spielt, wenn die Partie in voller Konzentration und ungestört beendet werden kann. „In den vergangenen Jahren war das leider nur zwischen Weihnachten und Neujahr möglich. Sofern ich mit Problemen belastet bin, die meine Konzentrationsfähigkeit ablenken, muss ich damit rechnen, als Verlierer aus der Partie zu gehen. Ich bin also praktisch schon vor Beginn des Spiels im Bilde, ob ich Sieger oder Verlierer sein werde.“

Da dürfen wir gespannt sein, wenn Brauner während der Schacholympiade versuchen wird, „mit dem Großmeister Kortschnoi zu spielen und ihn zumindest in einem Fall zu besiegen.“