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Portrait Christian Hesse

Christian Hesse
Geboren am 2. August 1960 in Oberkirchen
Professor für Stochastik an der Universität Stuttgart

„Ich spiele Schach, weil es Glücksgefühle auslöst.“

„Wenn mir schöne Kombinationen gelingen, oder wenn ich in Partien anderer tief durchdachte Manöver studiere , dann löst das in mir  Glücksgefühle aus“, sagt der Mathematikprofessor Christian Hesse. „Darüber hinaus bietet Schach  sehr viel Raum für mathematische Ansätze: In meinem Vortrag „Schach und Mathematik“ werde ich zeigen, wie man mit mathematischen Methoden Schachprobleme lösen kann und wie andererseits Schach auch mathematische Probleme stellt.“

Seit 1991 ist Hesse Professor für  Stochastik an der Universität Stuttgart. Mit 31 Jahren war Hesse damals der jüngste Professor Deutschlands. Er hat 1987 an der Harvard University in Boston promoviert und in den Folgejahren an der University of California in Berkeley als Assistenz-Professor gelehrt. Hesse ist aber nicht nur auf dem Gebiet der Mathematik ein Ausnahme-Könner. 2006 veröffentlichte er das Buch „Expeditionen in die Schachwelt“: Mit einem Augenzwinkern erkundet er darin Tiefgründiges, Leichtfüßiges und Schwergewichtiges auf den 64 Spielfeldern.

Hesse war 12 Jahre jung und Mitglied  eines Schachclubs, als 1972 das „Match des Jahrhunderts“ in  Reykjavik zwischen Boris Spasski und Bobby Fischer ausgetragen wurde. „Ein Schlüsselerlebnis für mich. Ich fand es faszinierend, wie Fischer als Einzelner die gesamte russische Schachhegemonie herausfordern und besiegen konnte.“ Hesses Vorbild am Schachbrett ist aber Michail Tal: „Ich bewundere seinen Stil und seine gesamte Einstellung zum Schach. Er hat immer publikumswirksam gespielt und viel Spannung erzeugt. Auf die Frage, worüber er nachdenke, wenn sein Gegner gezogen habe, antwortete Tal einmal  ,zuerst, wie ich meine Dame opfern kann, dann wie ich einen Turm opfern kann, dann Läufer und Springer.` Sein Opferstil war für das Publikum besonders interessant.“

Hesse spielt heute keine Turnierpartien mehr und konzentriert sich auf Fernschach – ohne Zeitbegrenzung und ohne Computereinsatz kreuzt er regelmäßig mit einem Kollegen in den USA sowie einem Jugendfreund in Spanien die Klingen. Seine Spielstärke? „Da gibt es noch viel Raum für Verbesserungen auf allen Teilgebieten.“

Bei der Schacholympiade bietet Hesse gemeinsam mit Vaile Fuchs eine ganz besondere Veranstaltung an: Unter dem Motto „Beauty  & Brain“ (16. November, 11 Uhr, Ratskeller) trinken Vaile und Hesse eine Flasche Bordeaux, spielen Schach und unterhalten sich dabei über Schauspielerei, Musik, Mathematik, sich selbst und andere. Hesse präsentiert zudem Highlights aus dem Bereich „Schach und Wissenschaft“ und abschließend singt Vaile etwas vom Besten aus ihrem Repertoire.