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Portrait Viktor Kortschnoi



Viktor Kortschnoi
Geboren am 23. März 1931 in Leningrad (Sankt Petersburg)
Schweizerischer Schach-Großmeister und zweifacher Vizeweltmeister

„Ich spiele Schach, weil ich schon als Kind überzeugt war, Großmeister werden zu können.“

Über 5.000 Wettkampf-Partien hat Viktor Kortschnoi bislang bestritten. Bereits vor 52 Jahren errang er den Titel des Großmeisters und zählt seitdem zu den stärksten Spielern weltweit: In seiner Langzeitbilanz kann ihm kein anderer das Wasser reichen – Kortschnoi ist ein einmaliges Schachphänomen. 

Dabei versuchte sich der junge Viktor anfangs in drei Bereichen: Klavier spielen, Schauspielerei und Schach. Weil nicht genug Geld für das Musizieren da war und seine russische Aussprache nicht allerhöchsten Anforderungen entsprach, fokussierte er sich auf das Schachspiel. „Mit 12 Jahren begann ich konsequent mit Büchern und Trainern, mein größtes Vorbild war Emanuel Lasker. Er war Berufsspieler, und ich war mit 14 Jahren sicher, auch Profi werden zu können.“

Mit 16 Jahren gewann er die sowjetische Jugendmeisterschaft – der Beginn einer beispiellosen Karriere. Seine beiden Vize-Weltmeisterschaften (jeweils gegen Anatoli Karpow) werden in der Schachwelt als Kortschnois größte Erfolge angeführt. Ihm selbst dagegen ist sein erster Titelgewinn des UdSSR-Meisters 1960 im Rückblick viel wichtiger: „Dieser Moment, als ich das erreicht habe, ist unvergessen und lebendig.“

Kortschnois Spiel steht für pure Energie und Stärke. Um auch mit 77 Jahren noch derart herausragende Leistungen zu erbringen, trainiert er täglich mindestens vier Stunden und achtet zudem auf seine körperliche Fitness. Der Seniorenweltmeister 2006: „Die Jungen erwarten, dass Opa einfach umfällt. Dann aber kann Opa fünf Stunden lang Schach spielen und drückt sie an die Wand.“


Seine Gegner charakterisieren Kortschnoi als einen großen Kämpfer mit einem dynamischen Positionsstil. Unentschiedene Spiele kann er überhaupt nicht leiden. Gerät er an den Rand einer Niederlage, so vollbringt er in seiner Verteidigung wahre Wunder. Und wenn die Partie doch verloren geht? „Das ist sehr, sehr schwer für mich. Ich bin ein wirklich schlechter Verlierer. Manchmal sage ich dann Dinge zu meinem Gegner, die ich am nächsten Tag bereue“, bekennt Kortschnoi laut lachend. 

Als stärkster Schweizer Schachspieler sitzt er in Dresden am ersten Brett der Eidgenossen. Es ist seine 16. Teilname an einer Schacholympiade – auch das ein typischer Kortschnoi-Rekord!