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25.11.2008
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25.11.2008
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Portrait Marco Bode

Marco Bode
Geboren am 23. Juli 1969
Europameister 1996, Vizeweltmeister 2002 – Sportmarketing deepblue sports

„Ich spiele Schach, weil es für mich das faszinierendste Spiel überhaupt ist.“

Der Losentscheid verwehrte dem 11-jährigen Marco die heiß ersehnte Fußball-Arbeitsgemeinschaft an der Orientierungstufe Dreilinden in Osterode am Harz – also blieb nur die zweite Wahl, die Schach-AG. „Aus dieser Absage entstand aber ganz schnell eine neue Leidenschaft. In den Folgejahren habe ich mich immer wieder zum Schach angemeldet“, sagt Marco Bode.

Ein Fußballprofi der Extraklasse wurde dennoch aus ihm – zudem einer, der die Fahrten im Mannschaftsbus mit Schach zu nutzen wusste: „Unvergessen die Partie, die ich blind gegen Andreas Herzog und Wynton Rufer gewann, allerdings waren die beiden damals noch blutige Schach-Anfänger.“ Zudem bot der vielseitig einsetzbare Linksfuß den Fans Fernschach über seine Webseite an. „Zwei Partien haben wir immerhin geschafft. Eine habe ich gewonnen, eine ging Remis.“

Das Web nutzt Bode heute mehr denn je für sein Schachspiel, beispielsweise für ein Online-Simultan-Match gegen Garri Kasparow: „Ein wunderbares Erlebnis. Ich habe einfach nur versucht, möglichst lange durchzuhalten.“ Die Schach-Faszination versucht Bode auch an seine siebenjährige Tochter Luca Sophie weiterzugeben. „Vor einem Jahr haben wir damit angefangen, und sie zeigt großes Interesse. Ich forciere es aber nicht, Eltern können ihren Kindern immer nur etwas anbieten und sollten nicht drängen. Allerdings bin ich überzeugt, dass Schach Kindern die Chance bietet, Logik, Phantasie und Entschlossenheit zu trainieren.“

Diese Fähigkeiten kamen auch dem Fußballprofi Bode zugute: „Auf dem Fußballplatz muss man seinen Gegner die ganze Zeit im Auge behalten und mögliche Spielzüge vorhersehen. Es gilt, sich mit seinen Teamkollegen abzusprechen und zu koordinieren – genauso wie die Figuren auf dem Schachbrett eine einheitliche Strategie verfolgen sollten.“
Das strategische Foul allerdings ist auf dem Rasen erheblich häufiger zu beobachten als auf den 64 schwarz-weißen Feldern. Der Fußballer Bode dagegen hatte offenbar die Schach-Etikette zum Vorbild: Mit nur 10 Verwarnungen in 379 Spielen gilt er als einer der fairsten Spieler der Bundesligageschichte. 101 Treffer erzielte Bode von 1989 bis 2002 für Werder Bremen und ist damit der Rekordschütze des Vereins. Mit Werder wurde er Deutscher Meister, dreifacher DFB-Pokalsieger und gewann den Europapokal der Pokalsieger. Hinzu kommen seine Erfolge mit der Nationalmannschaft (40 Einsätze), mit der er 2002 Vizeweltmeister und 1996 Europameister wurde.