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Eine Botschaft für 64 Felder

Dresden, 10/09/2008

Sachsen begrüßt die Olympiade im Jahr des Schachs
Nationenpartner VNG ist mit dabei

Felix Magath und Artur "Atze" Brauner werben für die Schacholympiade



Mit einem festlichen Akt empfing die sächsische Landesregierung in ihrer Landesvertretung im Herzen Berlins zwei der prominentesten Botschafter für die Schacholympiade 2008. Artur „Atze“ Brauner, der eine dreistellige Anzahl Filme als Produzent und Regisseur abdrehte und der Zeit seines Lebens ein begeisterter Schachspieler und Musikliebhaber war, zeigte sich begeistert: „Schach ist neben der Musik mein liebstesHobby, es wäre töricht gewesen, die Botschafterrolle abzulehnen".

Dem stimmte auch Felix Magath vorbehaltlos zu. Der Fußballbundesligatrainer und ehemalige Welt-klassefußballer ist auch als guter Schachspieler bekannt und zog erneut treffende Vergleiche zwischen Brett- und Rasenspiel: „Die Theorie des Schachs ist auch auf den Fußball übertragbar. Es geht um komplexe Spielzüge und -verläufe. Eine gute Kombination auf dem Fußballplatz ergibt sich nicht einfach so, sondern wurde entsprechend vorbereitet. Am Ende gibt es bei beiden Sportarten Gewinner und Verlierer oder die Partie endet auch Remis."

Magath spielte zuvor gemeinsam mit Brauner gegen den deutschen Schachnationaltrainer Uwe Bönsch, wobei der Großmeister mit dem Handicap antrat, beide Spiele zugleich und blind zu spielen – also ohne Ansicht des Brettes. Felix Magath stand hervorragend - doch dann ließ er sich zu einem gewagten Opfer hinreißen und der erfahrene Bundestrainer, der die 20-köpfige Spielerequipe der vier deutschen Mannschaften betreut, verwertete geschickt den Vorteil.

Auch Atze Brauner hatte eine spannende Partie. Er nahm einen Randbauern des Großmeisters weg, konnte aber seinen nun eingeklemmten Läufer nicht mehr befreien und scheiterte schließlich aufgrund des Materialverlustes.

Helma Orosz, seit einigen Tagen nun auch offiziell Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt, zeigte sich tief beeindruckt von den schachspielenden Künsten der Gäste. Insbesondere die Demonstration des Nationaltrainers verführte die Stadtchefin zu den Worten, dass die erste deutsche Mannschaft unter „den ersten Zehn gesetzt sei, aber an jedem Spieltag die Form entscheidet, so dass selbst Siege gegen vermeintliche Favoriten wie Russland über die Medaillenränge entscheiden“.

Unter den mehr als einhundert Gästen waren Minister wie Dr. Thomas de Maizière, königliche Botschafter, Bundestagsabgeordnete, aber auch viel Prominenz aus Wirtschaft, Sport und Kultur. Vertreter des Verbandes der Automobilindustrie, des europäischen Forums der Automatenunternehmer und des Verbandes chemischer Industrie waren ebenso anwesend wie Repräsentanten großer nationaler Unternehmen.

Für die Schacholympiade waren neben den anwesenden Sponsoren insbesondere der neue Nationenpartner Verbundnetz Gas AG von Bedeutung. Noch am Abend unterzeichnete die VNG ihren Vertrag mit der „Schacholympiade - Chess Foundation GmbH“. Bei der Nationenpartnerschaft der VNG entschied sich der Gaszulieferer für Russland. Russland wird bei der Schacholympiade im Internationalen Congress Center Dresden vom 12.-25. November mit der welt-weit stärksten je aufgestellten Schachmannschaft antreten.

Unterdessen wurden neue Zahlen und Fakten zur Schacholympiade veröffentlicht. Vier Tage vor dem offiziellen Meldeschluss beträgt die Anzahl der aktiv gemeldeten Teilnehmer inklusive Schiedsrichtern und Offiziellen 1.672. Auch die Zahl der angemeldeten Nationen kann sich sehen lassen. Mit 137 Meldungen liegt man nun nur noch knapp unterhalb des Anmeldestandes des vorigen Turniers, der Schacholympiade in Turin 2006. Die Anzahl der gemeldeten Mannschaften liegt nun bei 245.

Alle Favoriten des Spiels auf 64 Feldern treten dabei an. Neben dem ewigen Favoriten Russland, der allerdings in Bezug auf Goldmedaillen bei den letzten Olympiaden nach zwölf Siegen in Folge zwei Mal leer ausging, sind insbesondere die Ukraine, China, Ungarn, Aserbeidschan, die USA, Israel, Frankreich und Indien die meist genannten Tipps auf den Gesamtsieg. Doch Deutschland ist in etwa so stark aufgestellt wie der letztmalige Sieger Armenien, so dass auch dem deutschen Team Außenseiterchancen auf die Medaillenränge eingeräumt werden. Diese Hoffnung hegte auch der Chef des Bundeskanzleramtes De Maizière bei der Begrüßung, der nach Staatssekretär Erhard Weimann zu den Gästen sprach.

Blindsimultan am 8. September 2008

Brauner, A. - Bönsch, U.
Sizilianische Verteidigung [B50]
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.h3 Sf6 4.Sc3 g6 5.d3 Lg7 6.a3 0–0 7.b4 cxb4 8.axb4 Sc6 [8...Sxe4! 9.dxe4 Lxc3+ 10.Ld2 Lxa1 11.Dxa1] 9.b5 Se5 10.Sxe5 dxe5 11.La3 Le6 12.Lc5 Sd7 13.Lxa7? b6? [13...Dc7! 14.Ta3 Txa7 15.Txa7 Dxc3+ 16.Dd2 Dc5] 14.Ta6? [14.Ta3 Dc7 15.Da1 Tfc8 16.Le2 Lf6 17.0–0] 14...Dc7 15.Da1 Db7? [15...Tfc8 16.Ta3 Db7 17.Le2 Tc7] 16.Sa4?? [16.Le2 Sc5 17.Ta3] 16...Txa7 17.Sxb6 Txa6 18.bxa6 Dxb6 19.a7 Ta8, und Weiß gab auf. 0-1

Bönsch, U. – Magath, F.
Damengambit [D38]
1.d4 d5 2.c4 Sf6 3.Sc3 e6 4.Lg5 Lb4? [4...Le7] 5.e3? [5.Sf3] 5...h6 6.Lxf6 Dxf6 7.cxd5 exd5 8.Sf3 0–0 9.Ld3 Te8 10.0–0 c6 11.Lc2 Lg4 12.h3 Lxf3 13.Dxf3 Dxf3 14.gxf3 Sd7 15.Tac1 Sf6 16.Tfd1 Te7 17.a3 Ld6 18.Ld3 Tae8 19.Sa4 Txe3?? [19...Sd7] 20.fxe3 Txe3 21.Sc5 Txf3 22.Sxb7 Lf4 23.Tc3 Txh3?? 24.Lh7+ Kxh7 25.Txh3 g5 26.Sd8 Kg6 27.Sxc6 h5 28.Se5+ Kg7 29.Tc3 Se4 30.Tc7 Lxe5 31.dxe5 g4 32.e6 Kf8 33.Txf7+ Ke8 34.Tc1 Sd6 35.Th7 , und Matt in maximal sechs Zügen. Schwarz gab auf. 1–0

Aufgezeichnet von Raymund Stolze.

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