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Günter Wallraff in einer neuen Rolle

Dresden, 30/10/2008

Der Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff ist einer der Botschafter der Schacholympiade in Dresden 2008. Während seiner Undercover-Recherchen entdeckte er für sich die Faszination des Strategiespiels: „Ich war während der vergangenen Jahrzehnte ständig gefordert und gehetzt, in Kampagnen verwickelt und gleichzeitig auf der Anklagebank. Schach hat mir all die Jahre Ruhe und Ausdauer gegeben; bei einer Partie lasse ich alles andere hinter mir und bin in einer anderen Welt. Mit dem Schach habe ich mir einen Ruhepol in meinem Leben geschaffen, ja geradezu eine Lebenshilfe. Da erlebe ich wahre Glücksmomente.“



 

 

Der 66-Jährige findet in dem Spiel aber auch Parallelen zu seiner Arbeit: „Bei meiner Arbeit bin ich ständig in Abwehrsituationen, ich provoziere mit meinen Aktionen Gegenzüge, die ich bereits im Vorhinein erkennen und berücksichtigen muss -- genau wie bei einer Schachpartie.“

Wallraff wurde durch seine spannenden Reportagen über diverse Großunternehmen bekannt, für die er stets die Methoden des investigativen Journalismus nutzte. Unter anderem arbeitete er verdeckt monatelang als Redakteur bei der Bild-Zeitung in Hannover. Seine Erfahrungen schildert er in dem Bestseller „Der Aufmacher -- Der Mann, der bei „Bild“ Hans Esser war“.

Für ein anderes spektakuläres Projekt nahm er zwei Jahre lang eine Identität als türkischer Gastarbeiter an und war in dieser Rolle bei verschiedenen Unternehmen tätig, unter anderem bei McDonald’s und Thyssen. Seine negativen Erlebnisse, vom Umgangston gegenüber Gastarbeitern über Steuerspartricks der Firmen bis hin zur Verletzung elementarer Arbeitsschutzregeln beschrieb er in seinem Buch „Ganz unten“.

Seine neueste Rolle als Botschafter für das Spiel der Könige wird der Schriftsteller ganz unkonventionell einmal ohne Deckmantel angehen. Er freut sich bei dem internationalen Schachevent in Dresden mit dabei zu sein und vielleicht auch abseits vom öffentlichen Getümmel die Gelegenheit zu haben, zu einer Partie gegen große Schachmeister anzutreten. Zum Beispiel gegen den ehemaligen Weltmeisterkandidaten und Olympiadebotschafter Viktor Kortschnoi, der selbst noch an Brett Eins der Schweiz spielt und den Wallraff als sein Schach-Vorbild bezeichnet.

Die prominenten Botschafter der Schacholympiade, neben Günter Wallraff zum Beispiel auch der Fußball-Bundesligatrainer Felix Magath, Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel oder Filmproduzent Artur Brauner unterstützen mit ihrem Bekenntnis zum Spiel der Könige die Öffentlichkeitsarbeit der weltweit größten Schachveranstaltung.

Pressekontakt: Redaktion und Pressezentrum der Schacholympiade 2008, Klaus Jörg Lais, Telefon (03 51) 4 88 24 40, E-Mail: KLais@dresden.de , www.38chessolympiad.com

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