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Pressekonferenz zweiter Spieltag

Dresden, 14/11/2008

Es war der "chinesische Tag" am Freitagabend auf der täglichen Pressekonferenz, die trotz der Rundenverspätung um eine Stunde um 20 Uhr stattfinden konnte.



 

Die ersten Fragen von Moderatorin Susan Polgar gingen an Dr. Michael Breidung, der der verantwortliche IT Manager der diesjährigen Schacholympiade ist. 

Im "wirklichen Leben" zeichnet er für die Informationstechnologie der Landeshauptstadt Dresden verantwortlich. Die Schacholympiade ist das größte Sportereignis, das er bisher IT-technisch umsetzen musste. Als er von Susan Polgar gefragt wurde, was in der IT-Landschaft im Vergleich zu den letztjährigen Europameisterschaften geändert wurde, wartete Dr. Breidung mit beeindruckenden Zahlen auf: 50 Personen kümmern sich um die gesamte IT Infrastruktur, es gibt einen Cluster mit 300 Prozessorkernen, die die Daten vom Kongresszentrum in das Technikzentrum im Rathaus und von dort zur Technischen Universität Dresden transferieren. Die Bandbreite umfasst ein 10 Gigabit Netzwerk, wleches tatsächlich benötigt wird: Am ersten Tag wurden mehr als eine Million Besucher in der ersten Stunde gezählt, die die Webseite unter www.38chessolympiad.com angeklickt hatten und es passierten mehr als 30 million Downloads. "Wie kommen die Signale vom Brett ins Internet?" fragte Susan Polgar. Dr. Breidung erklärte es einfach und verständlich: "Wenn ein Spieler einen Zug macht, wird das Signal zu den Servern der FIDE im Kogresszentrum übertragen. Dann wird ein pgn Format generiert, welches Schachnotation enthält und dieses File wird ins Technische Zentrum im Rathaus kopiert. Dort wird grob gesagt die Webseite generiert und an die TU übertragen. Dort haben wir eine sehr leistungsfähige Breitbandverbindung ins Internet, womit wir die ganze Welte bedienen können." "Wir wollen nicht hoffen, dass es benötigt wird, aber gibt es ein Backup Konzept?" war die letzte Frage an Herrn Breidung. "Ja, alles läuft im Hot Standby Modus. Normalerweise bekommt der User keine Störung mit, auch wenn eine Maschine ausfällt".

Die nächsten Fragen gingen an Wang Yue, Chinas erstes Brett und momentan die Nr. 11 der Welt. Er kam direkt von seiner Oartie gegen Andrey Azarov aus Weißrussland aufs Podium. Wang war ein wenig unglücklich entsprechend der Tatsache, dass er eine klar bessere Position in Zeitnot zum Remis verdorben hatte. "Sein Zug 19.d5 war sehr schlecht, danach hatte ich deutlichen Vorteil. Aber am wichtigsten ist, dass die Mannschaft gewonnen hat". Fragen der Pressevertreter enthüllten, dass Wang mit fünf Jahren anfing Schach zu spielen. Erstaunlicherweise. Erstaunlicherweise erzählte er, dass er normalerweise ohne Trainer und im Selbstudium schachlich arbeitet. Als erster Chinese, der die Schallmauer von 2700 Elopunkten durchbrochen hat ist sein nächstes Ziel die Hürde von 2750 Elopunkten zu nehmen. Wang spielt seine dritte Olympiade in Dresden und als er gefragt wurde, ob er schon die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennengelernt hätte merkte man ihm seine Schachkonzentration an: "Es ist sehr schön hier, aber das Turnier ist sehr schwer. Wenn wir gewinnen, mage ich es hier".

Wang Hao, Chinas drittes Brett, war ebenfalls unzufrieden mit seinem Spiel: „Es war eine schlechte Partie, weil ich schon in der Eröffnung einen Fehler gemacht habe." Obwohl er drei Bauern zurücklag, erreichte er noch ein Remis. Dagegen gefällt ihm Dresden um so mehr: „Es ist eine sehr schöne Stadt. Aber die Olympiade ist leider sehr weit von den Museen entfernt."

Das erste Brett des chinesischen Damen-Teams, Hou Yifan, machte schon im Alter von 14 Jahren Karriere. Bei der Damen-Weltmeisterschaft 2008 in Russland erlangte sie den Vize-Weltmeistertitel. Hou Yifan trainiert von Montag bis Freitag drei bis vier Stunden täglich. So ist es nicht immer einfach, ihre große Leidenschaft mit ihrem Stundenplan in der Schule überein zu bringen. „Ich spiele viele Turniere, mehr als zehn jedes Jahr. Deswegen kann ich nur zeitweise zur Schule gehen." Auf die Frage, ob sie sich bei der Olympiade unter Druck gesetzt fühlt, antwortet sie: „Nein, ich spiele einfach nur Schach."

Die jüngste Spielerin auf dem Podium war die 11jährige Javanna Smith aus Trinidad und Tobago. Als sie nach ihrem heutigen Spiel gefragt wird, lächelt sie: „Ich habe gewonnen." In einer ziemlich kurzen Partie besiegte sie die vier Jahre ältere Zaily M. Arbona Avila aus Aruba in 18 Zügen. Schon mit 7 Jahren begann sie zu spielen und ist sehr stolz darauf, in Dresden ihre erste Olympiade erleben. Neben dem Schach ist sie ein wirklich aktives Mädchen: Sie tanzt Ballett, spielt Hockey, manchmal Golf und singt im Schulchor. Ihr stolzer Vater begleitet sie während der Olympiade. Wie Javanna mag er Dresden: Es ist wirklich auber, nicht so überfüllt und es gibt eine Menge Freiflächen. Die Stadt ist wirklich entspannend. Wenn sie ein wenig Freizeit findet hat Javanna ihre eigenen Vorstellungen bezüglich Besichtigungen: "Ich möchte Schlittschuh fahren und in den Zoo gehen!"

Text: Peter Dengler und Mandy Pampel
Fotos: Georgios Souleidis

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