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Titelverteidiger Armenien geht in Führung

Dresden, 19/11/2008

Fußball-Lehrer und Schachbotschafter Felix Magath eröffnete die sechste Runde der Schacholympiade in Dresden. Um das Brett von Wladimir Kramnik und Nigel Short bildete sich eine große Menschentraube, um dieses Ereignis fotografisch festzuhalten.



 

 

Wladimir Akopian sorgte durch seinen Sieg gegen Shakhriyar Mamedyarov für den 2,5:1,5 Sieg der armenischen Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan, wodurch der Olympiasieger von Turin dank besserer Zweitwertung nach sechs Runden bei der Schacholympiade in Dresden die Führung übernahm.



Wladimir Akopian


Akopian überspielte die Nr. 14 der Weltrangliste in einer scharfen sizilianischen Partie nach allen Regeln der Kunst und schon nach 26 Zügen sah sich Mamedyarov gezwungen aufzugeben. Armenien glänzt bis dato mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und keiner der eingesetzten Spieler musste nach sechs Runden eine Niederlage quittieren.


Der Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik konnte heute seine erste Partie in Dresden gewinnen. Opfer war Großmeister Nigel Short. Der Engländer versuchte seinen renommierten Gegner mit der Tschigorin-Verteidigung zu verunsichern, doch der Russe wählte eine solide Variante, die ihm leichten Vorteil sicherte. Im Mittelspiel gab der Russe zwei Leichtfiguren für einen Turm und zwei Bauern und obwohl die Stellung kompliziert schien, setzte sich Kramniks hervorragende Technik gegen Shorts Verteidigungskünste letztendlich durch. Dmitry Jakovenko konnte seine Partie gegen Stuart Conquest ebenfalls siegreich gestalten, wonach das Endergebnis von 3:1 feststand. Nach diesem Sieg steht die Spornaja punktgleich mit Armenien an der Tabellenspitze und morgen kommt es zum Spitzenduell an Tisch 1 zwischen diesen Teams.


Deutschlands Höhenflug im eigenen Land geht weiter. Nach hartem Kampf an allen Brettern endete der Kampf gegen die Ukraine 2:2. Nachdem Igor Khenkin sich an Brett 2 von Sergey Karjakin taktisch überrumpeln ließ und Jan Gustafsson mit Schwarz ein starkes Remis gegen Pavel Eljanov beisteuerte, zeigte sich der deutsche Meister Daniel Fridman von seiner besten Seite und sorgte durch seinen Sieg gegen Zachar Efimenko für den Ausgleich. Im Mittelspiel nahm er seinem Kontrahenten zwar einen Bauern ab, doch in der Folge sah es so aus, als ob sein Gegner durch einen starken Freibauern am Damenflügel genügend Gegenspiel erhalten würde. Der Deutsche rechnete aber präzise, opferte seinen Läufer gegen den Freibauern und behielt am Ende ausreichend eigene Bauern, die der gegnerische Läufer nicht in Schach halten konnte. Trotz dieses zwischenzeitlichen Ausgleichs sah es danach nicht unbedingt nach einem Unentschieden aus, da das deutsche Spitzenbrett Arkadij Naiditsch gegen Wassili Iwantschuk stark in Bedrängnis geriet. Er verteidigte sich aber gekonnt und nach 65 Zügen einigten sich die Kontrahenten auf Remis.


In den Verfolgerduellen konnten sich fast immer die Favoriten durchsetzen. China besiegte Georgien mit 2,5:1,5 und hat wieder Anschluss an die Spitze gefunden. Diesen haben die Bulgaren erstmal verloren. Obwohl ihr Spitzenmann, die Nr. 1 der Weltrangliste Veselin Topalov, Nisipeanu schlagen konnte, verlor man gegen Rumänien mit 1,5:2,5 und liegt drei Punkte hinter der Spitze.



Tomi Nyback


Eine tolle Partie gelang dem Finnen Tomi Nyback gegen den Norweger Magnus Carlsen. Im Mittelspiel opferte er einen Springer und erhielt dafür zwei starke Bauern am Damenflügel. In den folgenden Komplikationen fand das 17jährige Supertalent keine zwingende Verteidigung und musste, Nyback hatte sich eine zweite Dame geholt, nach 39 Zügen aufgeben. Auf diese Art und Weise hat die Nr. 4 der Weltrangliste schon lange nicht mehr verloren. Ein absoluter Nachspieltipp!


Ergebnisse der sechsten Runde
Tabelle nach der sechsten Runde
Paarungen der siebten Runde


Die chinesischen Damen sind bei der Schacholympiade bislang eine Klasse für sich. Sechs Siege und zwei Punkte Vorsprung auf die härtesten Verfolger ist eine beeindruckende Bilanz nach sechs Runden. Ungarn wehrte sich tapfer, konnte die 1,5:2,5 Niederlage aber nicht verhindern. Zhongyi Tang sorgte gegen Anna Rudolf für den entscheidenden Punktgewinn.
Fünf Mannschaften folgen mit zwei Punkten Abstand auf den Plätzen, worunter sich mit Russland und Titelverteidiger Ukraine auch die ranghöchsten Mannschaften befinden. Die an Nr. 1 gesetzten Russinnen hatten gegen Österreich leichtes Spiel und gewannen 3:1. Ekaterina Korbut und Natalia Pogonina sorgten mit sicheren Siegen für den Erfolg.



Natalia Pogonina


Die Ukrainerinnen zeigten zum ersten Mal im Turnier, wozu sie in der Lage sind. Mit dem 3,5:0,5 Sieg gegen die starken Armenierinnen meldeten sich sich nach durchwachsenem Start eindrucksvoll im Kampf um die Medaillen zurück.


Ein schöner Sieg gelang Katerina Lahno am Spitzenbrett gegen Elina Danielian


Die deutschen Damen mussten eine weitere Niederlage einstecken. Gegen Serbien verlor man 1,5:2,5 und findet sich nun abgeschlagen auf Platz 36 wieder. Einen schönen Außenseitersieg gibt es aus dem erweiterten Verfolgerfeld zu vermelden. Die Damen aus der Mongolei gewannen gegen die elomäßig klar favorisierten Israelinnen mit 3:1.


Das Küken der Mannschaft Cegmed Munhchuluun steuerte mit ihrem Sieg zum Erfolg bei


Ein Nachspieltipp ist die Partie Jovanka Houska-Antoaneta Stefanova. Der Engländerin gelang gegen die bulgarische Ex-Weltmeisterin bei der 1:3 Niederlage ihres Teams ein sehenswerter Sieg.


Ergebnisse der sechsten Runde

Tabelle nach der sechsten Runde

Paarungen der siebten Runde

 

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