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Monaco

Dresden, 20/11/2008

Am ersten spielfreien Tag nahm der Berichterstatter mit Spielern der bosnischen und der monegassischen Mannschaft an einer Führung durch die Altstadt teil. In einem Kaffehaus in der Nähe der Frauenkirche wärmten wir uns danach bei Kaffee und Kuchen, das auf echtem Meißener Porzellan serviert wurde, wieder auf.



Organisiert wurde dies durch Roman Krulich, einem waschechten Münchner, der bei dieser Olympiade für Monaco an Brett drei spielt. Als Unternehmer im Immobilienbereich, dessen Firma in Dresden rund 4000 Wohnungen verwaltet, war es ihm ein besonderes Anliegen bei dieser Veranstaltung aktiv dabei zu sein. Nachdem bei den Schachföderationen das Wechselspiel gang und gäbe ist, wurde nach einer Wartezeit von zwölf Monaten aus dem deutschen Spieler ein Monegasse. Bisher läuft es für Krulich ganz ordentlich, 2,5 Punkte aus 4 Partien stehen zu Buche. Allerdings profitierte er auch vom Missgeschick eines Gegners aus Ghana: „Er hat nach fünf Minuten bemerkt, dass sein Handy noch an war, also hat er es ausgeschaltet. Dabei hat das Gerät einen Ton von sich gegeben. Ich wollte, dass er weiterspielen darf, aber der Schiedsrichter hat das nicht erlaubt. Ein Unsinn!“


An Brett zwei findet man die gute Seele der Mannschaft, Patrick van Hoolandt. Er ist ein begeisterter Internetnutzer und dafür berüchtigt, seine Email-Kontakte mit Dateianhängen jeglicher Art und Größe zu beglücken. Seit fast zehn Jahren lebt er als Privatier, nachdem er seine Großhandelsfirma für Videos und CDs verkaufte. „Ich spiele mindestens ein Turnier pro Monat“ kann der Glückliche von sich behaupten. Mittlerweile hat er sich zum FIDE-Meister hochgearbeitet.


Das Spitzenbrett besetzt Großmeister Igor Efimov, der in der Toskana lebt und 1998 und 2000 auch schon unter italienischer Flagge startete. Wie beispielsweise Aronian und Movsesian ist auch er Armenier und mit Sprachtalent gesegnet. Neben Russisch und Englisch kann er auf italienisch fluchen: „Ich muss immer in die Kälte hinaus, nicht mal im Kaffeehaus darf man nun mehr rauchen.“


An Brett vier spielt Jean-Philippe Gentilleau. Er arbeitet als Beamter im Jugendbereich der französischen Stadt Toulon, unter anderem gibt er dort Schachunterricht. Seinen größten Moment erlebte er in Bled 2002, als er für seine Leistung mit sieben Punkten aus neun Partien an Brett zwei der Olympiade in Bled die Goldmedaille holte – vor Yasser Seirawan und Judit Polgar! Natürlich gegen deutlich schwächere Gegnerschaft als die prominenten Mitbewerber, denn Monaco landete damals nur auf Platz 107 der Schlusstabelle.


Brett fünf wird durch Patrick Lebel besetzt, der kurz vor seiner Pensionierung in der französischen Marine steht. Er gibt in diesem Jahr sein Olympiadebüt für die Monegassen. „Die sind alle sehr nett, eine schöne Atmosphäre herrscht in der Mannschaft!“ berichtete Roman Krulich begeistert. Ob er sich noch mal auf das Abenteuer einlässt, in zwei Jahren im sibirischen Chanty-Mansiysk anzutreten? „Das weiß ich noch nicht!“

 

 

Peter Dengler


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