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Schach-Olympiade in Dresden, 8.Tag

Dresden, 20/11/2008
Während die Männer noch immer auf der Erfolgswelle bei der Schach- Olympiade in Dresden reiten, ist im Frauen- Team irgendwie der Wurm drin. Verpasst man (frau) hier eine Chance, die weit über die Platzierung in der täglichen Tabelle hinausgeht, und, so oder so, nachhaltige Auswirkung für das Frauenschach haben könnte?

Eine Nachbetrachtung von Hans Dieter Porst

Schon wieder setzte es für alle drei Frauen- Teams Niederlagen. Und während sich Team 2 in der Tabelle auf Platz 47 ziemlich genau auf seinem Startranglisten- Niveau einpendelt, schrammen die beiden anderen deutlich am Ziel vorbei. Tabellenplatz 36 heißt es heute für Team 1 nach der Niederlage gegen die in etwa gleichstark eingeschätzen Serbinnen. Gegen Italien kann man dann zwar wieder verlorenen Boden gutmachen, aber das eigentliche Minimalziel "einstelliger Tabellenplatz" ist doch schon in weiter Ferne, eben weil das Ende bereits nah ist.
Für die Zweite geht es gegen Brasilien, die Dritte muß gegen Surinam ran. Beides keine Schach- Großmächte, zudem in der Startrangliste teils Welten entfernt.

Nach dem Unentscheiden von Deutschland 1 gegen die Nr.1 im Tableaux, Russland, folgte mit der Ukraine, Nr.2 im Feld, gleich der nächste schwere Brocken. Aufgrund der bisherigen ELO Performance konnte man der Ukraine nur auf Grund der bisherigen Leistungen in der Schachlaufbahn Mut machen, Deutschland wird wohl auch von einer Woge der Begeisterung im Publikum mit getragen. Das Zweizwei verschaffte Russland bei deren eigenem Sieg den Platz an der Spitze, geteilt mit Armenien, aber auch in der kommenden Runde den direkten Vergleich mit dem Titelverteidiger.
Wird das nur ein Unentschieden, und schlägt Deutschland dann Rumänien, eine durchaus lösbare Aufgabe, eventuell mündet ein weiteres Verfolgerduell auch in einen Sieg, dann spielt Russland zum zweiten Mal im Parkett. Was mir persönlich die Chance einräumt meine russischen Kollegen am Arbeitsplatz dann wieder emotional so richtig auf Trab zu bringen....

Deutschland 2 der Herren bekommt es nach der knappen und im Vorhinein durchaus vorstellbaren Niederlage gegen Griechenland nun mit der Mannschaft Iraks zu tun. Alles andere als ein Sieg grenzte dann schon an ein Wunder, denn der Iraq ist gut 50 Plätze hinter Team 2 eingeordnet; was aber keine Gewinngarantie verbrieft.

Kuba ist mit Sicherheit ein (zu) schwerer Brocken für Team 3, gegen Paraguay wurde der der erwartete Sieg aber immerhin realisiert.

Um 15 Uhr gehts wieder los im Welt- Team- Schach, das fällt dann leider mit der Siegerehrung im Deutschland- Cup zusammen, die weit entfernt auf anderer Ebene in der riesigen Halle des ICD durchgeführt wird. Da sich alle verfügbaren Objektive und Speicherkarten wegen der 15 Minuten- Fotografier- Regelung im Großen Saal aufhalten werden, entgeht der größten Nebenveranstaltung dieses Events, wahrscheinlich aller Olympiaden zusammengenommen auch, eine verdiente Aufmerksamkeit. Hessische Teilnehmer haben es nicht in die Finalpartie gebracht. Nochmal schade!

Das Seniorenturnier ist beendet, und endete standesgemäß mit großmeisterlichen Siegen bei Männern und Frauen. Es gewann GM Yair Kraidman aus Israel, vor den beiden nur durch Drittwertung unterscheidbaren Dr.Bernd Weber aus Leipzig und Wolfgang Haase aus Kassel. Ein weiterer Favorit auf den Turniersieg, Dr.Gottfried Braun aus Leipzig, belegte Rang 4. WGM Tamara Khmiadashvili aus Georgien landete als beste Frau auf Platz 5.

Zum Zeitungs- Poker, meinem persönlichen und täglichem Kulturwettbewerb:
FAZ und Rundschau sind schon aus lokalen Gründen in der engeren Auswahl, heute zum Zocken die ZEIT, WELT und Züricher oder doch die Rheinische Post? OK, Düsseldorf hat dann erst mal gewonnen. Mit der FTD habe ich frühmorgens beim Kollegen schon geschummelt, das war nix.
Hartmut Metz nimmt sich heute in der Rundschau der Underdogs an und berichtet über die Seychellen sowie dem Spieler an Brett 1, Kurt Meier. Lesenswert, aber man muss jetzt nicht mehr auf Teufel komm raus die letzte Ausgabe für heute erwischen. Vielleicht dann morgen Online. Die ZEIT ist vielleicht das gezinkte Ass im Ärmel, denn GM Pfleger berichtet dort in der Beilage gewöhnlich über Schach. Den Vierzüger habe ich denn auch in 2 Sekunden gelöst (ähem, gut, die Frage in dieser wohl kürzesten Olympiaden- Partie war: warum gibt weiß bereits nach dem 4.Zug auf). Und die FAZ glänzte im Sportteil mit ca 10 Zeilen zusammengepresster und falsch dargestellter Tabelle.
Immerhin, ein Dreier, im Poker ist das nicht so  schlecht. In den letzten Blättern gänzte dagegen gar nichts.
"Denke ich an Deutschlands Presse und Schach, bin ich um mein Geld gebracht". Sehr frei nach Heinrich Heine!

Ein Volltreffer ist/wäre übrigens die Auswahl der ersten englischen Ausgabe des Schach- Kulturmagazins KARL, und nicht nur deswegen an dieser Stelle zwingend zu erwähnen, weil der Ursprung im hessischen Schöneck liegt.
Rechtzeitig zum internationalen Schach- Großereignis in Dresden hat Publizist und Chefredakteur Harry Schaack sein unternehmerisches Geschick walten lassen, und eine Ausgabe über die Schach- Olympiaden in Deutschland herausgegeben. Chess Magazine KARL goes international!
Wer es nicht in Dresden direkt abholen kann, ordert es über
http://www.karlonline.org


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