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12. Dresdner Porzellan-Cup: Einer kam durch

Dresden, 14/01/2008
Die Siegerpartie auf reinem Porzellan: Robert Kempinski (l.) und Leonid Kritz beim 12. Dresdner Porzellan-Cup.Leonid Kritz und Robert Kempinski hießen die beiden Finalisten, die am Ende eines zweitägigen Marathons mit Schnellschachpartien den Sieger des Porzellancups 2008 unter sich ausmachten. Beide hatten zu diesem Zeitpunkt mit je sieben Gewinnpartien den gesamten Rest des Turnierfeldes in den Kampf um den Schachpokal der Landeshauptstadt geschickt. Nur diese beiden konnten in Hin- und Rückspiel Dresdner Porzellancupsieger 2008 werden. Für die Finalpartien wählte Manufakturchef Gunther Seifert den filigranen Figurensatz „Der Fischer und seine Frau“ und Kempinski scherzte, er brauche auf jeden Fall eine Ersatzfischerin, falls es einer seiner Heringe bis auf die Grundreihe schaffe und sich zu verwandeln gedenke.

Sichtlich mehr irritiert zeigte sich der für die deutsche Nationalmannschaft spielberechtigte Leonid Kritz, dem es vor lauter Leuchttürmen, Möwen und Karpfen schwer fiel, Pläne zu schmieden. Und ganz so wie im analogen Märchen des Fischers Frau Ilsebill, wollten die Figuren nicht so, wie er selbst sich das vorstellte. Kempinski warf sein Mattnetz aus, gewann mit den schwarzen Steinen die erste Partie und hatte für den Rückkampf die Trümpfe selbst in der Hand. Routiniert wickelte der polnische Nationalspieler in ein Unentschieden ab, auch wenn Kritz verzweifelt versuchte, etwas Tiefgang in die Wogen der Partie zu zaubern.

Die Finalisten des Porzellan-Cups Leonid Kritz und Robert Kempinski, der Gewinner des Schachpokals der Landeshauptstadt Dresden Alexander Graf sowie das Porzellan-Mädchen (v.l.n.r.).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Sieger nahm neben den 1.500 Euro Preisgeld einen außergewöhnlichen Porzellanpokal in Empfang, aber auch der Zweite strich einen stattlichen Lohn für zwei Tage konzentriertes Spiel ein. Währenddessen siegte im Turnier um den Schachpokal Dresdens, in dem sich alle aus dem Porzellancup Ausgeschiedenen versammelten, Alexander Graf. Der deutsche Großmeister hatte mit 7,5 Punkten die Nase vorn im Hauptturnier. Sein Namenskollege Felix Graf vom USV TU Dresden, der im letzten Jahr die deutsche Meisterschaft in der Altersklasse U14 gewann, erwies sich einmal mehr als Großmeisterschreck. Er gewann unter anderem gegen Anna Zozulia, Thomas Pähtz und Artur Jussupow. Am Ende belegte er Rang 20 und wurde bester Spieler bis 2200 ELO. Beste Frau und Dresdnerin wurde Elisabeth Pähtz.

Hochkonzentriert bei der letzten Partie gegen Großmeister Igor Glek: Elisabeth Pähtz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Vortag spielten 22 talentierte Nachwuchskräfte zwischen sechs und neun Jahren im sogenannten Porzellan-Nachwuchscup. 14 davon sind aus den D1-Kadern auf Einladung an die drei sächsischen Schachbezirke Dresden, Leipzig und Chemnitz vor Ort gewesen. Hinzu kamen weitere, talentierte Mädchen und Jungen, von denen niemand älter als das Geburtsjahr 1998 war. Interessant war es zu beobachten, wie die Kleinen, von denen die meisten auf den Spielsesseln mit ihren Füßen nicht auf den Boden kamen, bereits mehrzügige Varianten spielten. Am besten konnte das einer der "Ältesten", der Dresdner Linus Kuckling.

Mit insgesamt 183 Teilnehmern blieb der Porzellancup zwar auf dem Erfolgsniveau des Vorjahres, aber unter den Erwartungen der Organisatoren angesichts des fantastischen Anmeldestandes vor der Veranstaltung. Unter den Aktiven war auch der Großmeister Wolfgang Uhlmann, der extra auf die letzte Partie des ersten Tages verzichtete, um auf der sächsischen Sportgala des Landessportbundes dem Publikum ein paar Worte zur Schacholympiade 2008 zu sagen. So glaubte er es jedenfalls selbst, als er aus dem Turniersaal aufbrach. Tatsächlich aber gehörte er selbst zu den Geehrten des Sportballs und empfing aus den Händen von Bürgermeister Winfried Lehmann die sächsische Sportkrone für sein Lebenswerk. Niemand der Eingeweihten hatte sein Schweigen gebrochen und Uhlmann so eine freudige Überraschung bewahrt.

Bericht: Klaus-J. Lais
Fotos: Michael Brand

www.schachfestival.de